Hintergrundinfos über Napsters Flatrate für Musikdownloads
Die erste aller Tauschbörsen will seit neustem mit ihrem legalen Ableger auf Kundenfang gehen. Geworben wird mit einer Download-Flatrate für Musik. Dies klingt gut, werden doch die Nutzer von bekannten Tauschbörsen wie Bittorrent, eMule oder Kazaa immer weiter in die Illegalität gedrängt. Nachdem mehrere User in den USA von der Motion Picture Association, kurz MPAA verklagt und zu Geldstrafen in Höhe von mehreren tausend Dollar verurteilt wurden, sind viele User abgeschreckt, zumal die MPAA die Maßnahmen zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen weiter verschärfen will. Auch Sharman Networks, die Inhaber von Kazaa befinden sich in einem Rechtsstreit. Der Firma wird vorgeworfen zur Verbreitung illegaler Musikdownloads beizutragen, im Falle einer Verurteilung soll Sharman Networks übrigens die utopische Summe von 1 Milliarde Dollar zahlen. Aufgrund dieser Geschehnisse suchen immer mehr User legale Downloadmöglichkeiten.
Komplikationen bei der täglichen Nutzung
Napster wirbt mit einer Auswahl von über 125.000 Alben und 60.000 Interpreten, Pflege des Musikbestandes durch das Angebot neuer Alben inklusive. Für 14,95€ pro Monat kann der zahlungswillige User dann soviel Musik herunterladen wie er möchte. Problematisch wird es wenn Sie sich Ihre gekaufte Musik zum Beispiel brennen wollen, um diese im Auto anzuhören. Auch wenn Sie die Musik auf Ihren MP3-Player überspielen möchten, muss dies noch lange nicht funktionieren. Zuvor müssen Sie sich vergewissern ob Ihr Player kompatibel ist. In der Praxis heisst das, dass Sie Ihren MP3-Player im Auto anschließen müssen, nur im Ihre legal erworbene Musik anzuhören. Der von Napster eingesetzte DRM-Schutz hält jedoch noch andere Überraschungen bereit. Sobald Sie Ihr Napster-Abo kündigen, das heisst kein zahlender Kunde mehr sind, ist Ihre Musik nicht mehr abspielbar. Ein eigenes Musikarchiv aufzubauen wie es Napster selbst formuliert ist somit praktisch nicht umsetzbar, es sei denn Sie bleiben Ihr Leben lang Kunde.
Napster legt dem eigenen Angebot Steine in den Weg
Eine wirkliche Alternative ist Napster für Musikfans somit nicht. Die eigentlich gute Idee, Musik online und legal unter die Leute zu bringen wird durch übertriebene Schutzmaßnahmen wieder zerstört. Für monatlich 14,95€ bekommt der User zwar temporär eine große Auswahl an Musik geboten, kann über diese jedoch nicht frei verfügen, sondern muss sich an den von Napster eingesetzten DRM-Schutz halten. Solange sich die Musikindustrie nicht darüber einig ist wie die Musik an den Kunden gebracht werden soll, wird der Großteil der User weiterhin auf Anfangs genannte Tauschbörsen zurück greifen. Dem User bleibt also nur übrig das Spiel der Musikindustrie mitzuspielen, und sich bei diversen Diensten wie Napster, Musicload und Co. anzumelden, oder sich weiterhin in die rechtliche Grauzone der weit verbreiteten Tauschbörsen zu begeben.
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